… ein paar Infos zu Band 15, der sich grade von selbst schreibt

Der Band 15 eröffnet mein letztes Buchprojekt, von dem nicht abzuschätzen ist, wie viele Bände es umfassen wird, da sein Thema das Menschengeschlecht selbst ist. Zumal dazu, u.a., erneut die Prähistorischen aufzusuchen erforderlich ist. … Erneut übrigens deshalb, da von ihnen und, wie berechtigt zu vermuten ist, ihrer anderen Wahrnehmungsweise schon in meinem Buch:

« Ist der Monotheismus von seiner Anlage her ein elementarer Faktor der Gewalt? », die Rede ist, nämlich in seinem zweiten Teil: „Von gefühlt-gedachter Wahrnehmungsweise, dem Ursprung der Prophetie und dem Werden des ‘Religiösen’ als gesellschaftliches Machtmittel“, d.h. im fünften Kapitel: „Der ‘Schamanismus’ als Hinweis auf die völlig andere Art und Weise des Wahrnehmens der Prähistorischen“.

Denn es ist der scheuklappenfrei
gestellten Frage nachzugehen:

Echot es noch?

Gewiß, wenn überhaupt, mitunter nur, aber ich hatte Glück: aus einer ihrer feinen Lautlichkeiten, die mich auf der punta perda de sa mesa anwehte, war es leicht möglich, eine ihrer Weis_Sagungen, die eigentlich für die heutigen Historischen — wegen ihrer exklusiven Unverständigkeit — nicht gedacht ist, in eine für die heutigen Historischen gefaßte Begrifflichkeit zu übertragen. Wieso war mir das „leicht möglich“?

Nun, die Prähistorischen, die die Sprache nicht zum besseren Lügen erfunden hatten — diese Möglichkeit entdeckten erst gewisse Historische für sich, was die fatale Konsequenz nach sich zog, daß bei denjenigen Intellektuellen der heutigen Historischen die hirnlichen „Zentren des Verstehens und Sprechens“ ver_polt wurden, die Teil des lobbykratischen Establishments unserer Tage sind —, meinten tatsächlich das, was sie sagten. Was den heutigen intellektuell Ver_Polten unglaubwürdig erscheinen mag.

Aber:

es wäre absurd anzunehmen,

daß die Prähistorischen das systematische Verbinden von Lauten zur Sprache erfunden hätten, um sich dann gegenseitig bloß etwas in die berüchtigte Tasche zu lügen.

Was übrigens auch bedeutet,

daß das Weis_Sagen der Prähistorischen einen anderen Charakter haben muß, als das „Weissagen“ der Ideologen der Historischen. Deshalb,

wie es der Zu_Fall will,

kann gerade diese Weis_Sagung, die von mir in eine für die heutigen Historischen gefaßte Begrifflichkeit, wie gesagt, so leicht zu übertragen war, im letzten Entwicklungsstrang dieses Buchprojektes noch eine artige Parolen_Rolle — kommt es zum Showdown — spielen.

… bin jetzt in der Einleitung,
und zwar genau dort,
wo der folgende Auszug endet:

ZITAT

[…] Da in diesem […] Zusammenhang […] die „Kultur“ im eigentlichen Sinne des Wortes zu verstehen ist, […] bedarf es der Beleuchtung ihres Bedeutungsursprungs und keineswegs der schnellen Übernahme der ihr heutzutage per se lediglich zugesprochenen Bedeutung als sozusagen ab_gesonderter Bereich, den man hervor_kehrt, will man einen guten Eindruck machen, indem man gleichzeitig auf die in Kultur-Mausoleen aufgebahrten Größen (__oder ihre Artefakte__) eigener Kultur verweist, die, auch zitatmäßig noch in Sonntagsreden in Gebrauch kommen, aber, eben wegen ihrer Mausolierung, den _aktuellen_ Gang gesellschaftlicher und damit menschlicher De_Formierung nicht stören können. … Denn das sollen sie ja nicht — die Objekte und ihre Schöpfer, die als Beleg dafür herhalten müssen, daß „wir“ — im kleinen wie im großen „Westen“ — eine Kulturnation — der „Kulturnationen“, die durchdemokratisiert bis zum Abwinken, daher dringend des Demokratieexports „bedürftig“ — sind.[1]

Aufgebahrte „Hochkultur“

sozusagen, denn auf diese Weise kann aller aktueller gesellschaftlicher Ausdruck ohne kulturellen Anspruch bleiben. … Würde man den geschlechtsunspezifischen intellektuellen „Rednern“[2] und politischen „Machern“ (__denn auch das „Aussitzen“ gilt als „politisches Tun“__), diese kulturelle Anspruchs- und Orientierungslosigkeit vor_werfen, nun, sie reklamierten „Fairness“ für ihr aktionistisches So-tun-als-ob!

Vielleicht, um es wohlwollend zu nehmen, rührt ein Teil der heutigen politischen Verwirrung auch daher, daß der Begriff der „Kultur“ in seiner Bedeutung mehrschichtig ist, und sein Bedeutungsgebrauch, abgesehen davon, daß er meist, wie schon bemerkt, nur verwendet wird, um auf irgendeine möglichst zeitlich fern liegende Kulturleistung eines anderen Menschen oder einer anderen Gesellschaft, dann der eigenen zwar vermutlich schon, allerdings, so die regelmäßige Behauptung: „‘damals’ noch besser ‘verfaßt’“ war — obwohl es dennoch nur je einzelne Menschen waren, insbesondere jene, die sie dann meist meinen (_natürlich: wen sonst?_) —, auf diese in der geistigen Eigen_Leistungslosigkeit sich zu berufen an sich amüsant erscheinen mag, wie die Geschichte aber lehrt, fatale — und in unserer Zeit sich wieder beschleunigende — Konsequenzen zeitigt (__nicht nur KZ-Betreiber waren manchmal kantisch firm, auch so manche lobbykratischen Intellektuellen heutiger Zeit reklamieren davon was [__?__] für sich__), zu verweisen, aber niemals aufs selbst „An_Gerichtete“ oder die heutige „Kultur“ — es sei denn als „Kulturkritik“ à la Sloterdijk: „Kulturlosigkeit“ heute vs. „Kulturhaltigkeit“ eines zeitlich so un_scharfen wie ver_klärten — ob_wohl eigentlich weg_gekehrten — „kulturellen Damals“ … dem „wir“ uns dem_nach wieder — „züchtend“ — […] an_zunähern hätten … ob_wohl _schon_ unter Berück_Sichtigung „‘der’ Instinkte“ …?[3]

[…]

… Natürlich: „‘die’ In_stinkte“! … Ob_wohl nicht mehr instinkt_gesichert? Folglich: man nehme ein paar „In_stinkte“ und eine be_dürftige Prise „Kultur“ für die Gesocks-Aristokratie des _eigenen_ (_!_) Landes, fertig angerichtet ist der Übermenschenbrei! …

… Daß der Bedeutungsgebrauch des Begriffs der „Kultur“ also beschränkt sei?

Nun, das ist wohl ein typischer logischer Fehler philosophischer Traumtänzer.

D e n n,

wie oben schon angedeutet, spiegelt sich in der Kultur einer bestimmten Gesellschaft ihre Art des Organisiertseins wider — ob in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst oder im normalen Umgang der Menschen unter- und mit_einander: von der Krippe bis zur Bahre. … Fiel nicht der Name Sloterdijk? … Wie wär’s mit einer Exkursion?

Rand_wärtiges

zu einem philosophischen ein-Meter-fünfzig-über-dem-Boden-Tänzer, dessen mentale „Grundlage“ ihre Ursache im 19. Jahrhundert finden mag — und damit meine ich jene „Grundlage“ auf der auch das nietzscheeske Denken — zumindest mitunter gar schopenhauerlich, auch stirnerisch, auch macaulayisch, auch gobineauisch[4], und wer weiß, von wem Nietzsche sich sonst noch passende „ideelle Requisiten“ zur Ausstattung seiner Gedankengänge holte und dann alles „nietzscheesk melangiert klitterte“ — „fußte“, dessen allerdings — also der nietzscheesken Klitterung von „Denkingredienzien“ anderer — „gewisse Nachkommen“ nicht bedurften, wenn sich diese des Nietzscheesken auch zu bedienen wußten, konnten die sich doch selbst _direkt_ bei den Verursachern solcher „Grundlage“un_umständlich bedienen.[5]

« Ist Peter Sloterdijk ein so bedeutender Denker wie behauptet wird? »

[…]

ZITATENDE

… mein Abtauchen beginnt jetzt!

Alles Gute!



Ergänzung vom 6. Juni 2020: 

… eignet sich als Vorbemerkung
bestens für diesen Band 15:

« Beim Abendmahl »


© Joachim Endemann (__EndemannVerlag__)

_1 „Aspekt 28: ‘Über was reden wir? — Es gibt einen schon seit 520 Jahren währenden Weltkrieg’“, in: « Sie fragen noch, wie die ›Verhältnisse‹ liegen? », Band 14 der Edition !_scheuklappenfrei_!, EndemannVerlag, Dezember 2019.

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_2 „Aspekt 29: ‘Die Intellektuellen sind zu einem sehr großen Teil für jenes verantwortlich, welches sie anklagen’“, in: a.a.O.

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_3 Vgl. Die tri_logische Sezierung des lobbykratischen Zeitalters, Band III: „Ich stimme nicht zu!“ — Gesellschaftspolitische Lesungen über den Neowilhelmoliberalismus und seine Konsequenzen, Teilband 2, Lesung 16: „Die Ursprünge des Wilhelminismus’ und seine Konsequenzen“.

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_4 Diese Attribuierungen weisen auf Max Stirner (_1806-1856; eigentlich Johann Caspar Schmidt_), Thomas Babington Macaulay (_1800-1859_) und Joseph Arthur de Gobineau (_1816–1882_) hin. Insbesondere von diesem Macaulay ist, u.a., auch in: Ist der Monotheismus ein elementarer Faktor der Gewalt die Rede, d.h. in Kapitel 7. Allerdings ist zu sagen, daß die Beeinflussung Nietzsches durch Max Stirner völlig anderer Art war als die von Macaulay zu vermutende oder gar die von Gobineau ganz sicher ausgeübte.

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_5 Diese „Grundlage“ findet sich in einer Ideologie, die ihre phantasierten „Wurzeln“ in dem findet, das man heute als „europäische Indologie“ bezeichnet, obwohl sie besser als „deutsche Indologie“ zu bezeichnen ist. Siehe dazu in: Ist der Monotheismus ein elementarer Faktor der Gewalt, Band 8 der Edition !_scheuklappenfrei_! des EndemannVerlages, April 2020, das Kapitel 7: „Der lange Schatten des Kolonialismus’ oder Einige Fakten zur Geschichte der Menschen in Bhâratavarsha“.

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